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Was ist, wenn die agile Entwicklungsmethode während hoch-komplexen E-Commerce-Projekten mit mehrerlei Parteien und dadurch divergentesten Interessen angewendet wird? Welche Ansätze und Maßnahmen beistehen, Vertrauen nebst den Projekt beteiligten aufzubauen und zu halten?

Vertrauen von Anfang an

Dass es für eine erfolgreiche Zusammenarbeit elementar ist, Vertrauen nebst den Projektbeteiligten aufzubauen, ist nichts Neues. In der agilen Projektvorgehensweise kommt Vertrauen eine noch größere Bedeutung zu, da die Geschwindigkeit im Projektverlauf zunimmt. Sowohl die Agentur als ebenso der Kunde müssen sich zunächst auf viele noch nicht erschlossene Aspekte einlassen, die es vereint zu bewerkstelligen gilt.

Häufig erscheint einem der Berg an Arbeit zum Anfang eines Projekts als riesige Blackbox: Umzusetzende Inhalte sind meistens zuerst nicht definiert, Rahmenbedingungen nicht deutlich ausgemacht. Technische Voraussetzungen und Leistungsmerkmale, Hosting-Plattformen oder Anpassungen am ERP-System – für all ebendiese Teilbereiche gilt es, Experten auf Kunden- und Agenturseite zu finden und zu definieren. Nähert man sich nämlich nach initialer Anforderungserfassung, vielen getroffenen Entscheidungen wie gleichfalls der Verteilung von Rollen und Aufgaben der eigentlichen agilen Richtung, ändern sich in der Entwicklungsphase turnusmäßig die Projektgegebenheiten, die Einfluss auf definierte Timings oder Budgets haben. Nur wenn ab dem Beginn der Kooperation eine vertrauensvolle Grundlage gegeben ist, um die häufigen Veränderungen transparent und offen besprechen zu können, gelingt es, denkbare Verdrießlichkeiten abzuwenden. Um vereint erfolgreich das Ziel zu erreichen, muss die Agentur den Mandanten laufend auf dem sich verändernden Weg mitnehmen.

Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit: Gleiches Bewußtsein zu Methodik und Rollen

Ein erster signifikanter Schritt ist die Beachtung der Unternehmenskultur und der Arbeitnehmer auf Kundenseite. Man darf nicht hierdurch ausgehen, dass Firmen das agile Vorgehen wissen, unmittelbar verstehen und mittragen. Deswegen sollte die Agentur zum Anbruch des Zusammenwirkens das Verfahren akkurat erklären, hiermit sie daraufhin im Projekt gelebt werden kann. Die differenzierten Rollen auf Agentur- und Kundenseite sind zuvor zu definieren. Zu diesem Zweck offeriert es sich an, erstmalige Arbeitspakete festzulegen und Verantwortlichkeiten zu benennen. Jede Person auf Agenturseite sollte einen Ansprechpartner auf Kundenseite erhalten, der ihm als Sparringspartner für das vergleichbare Themengebiet zur Bereitschaft steht. Fachlicher Austausch auf Augenhöhe und der verbundene Ansporn, die Themen voranzutreiben, sind außerordentlich fundamental für einen erfolgreichen Projektabschluss. Nur wenn sich sämtliche Projektbeteiligten gleichwohl engagieren, lassen sich Kalendereinträge vollziehen. Verbindlichkeit und Konsistenz werden mit Vertrauen belohnt.

Das komplette Team vorstellen

Von Anfang an sollte der Kunde das restlose Projektteam auf Agenturseite beherrschen. Die Agentur sollte nicht bloß „kundennahe“ Projektbeteiligte wie Product-Owner oder Consultants dem Auftraggeber präsentieren und in Entscheidungen involvieren, an Örtlichkeit das vollständige Team. Nur wenn sämtliche Teammitglieder berühmt und deren Verantwortlichkeiten geklärt sind, lassen sich Veränderungswünsche ohne Umschweife ansprechen. Nur ein fachlich gutes und diversifiziert aufgestelltes Team, das der Product-Owner orchestriert, kann die nötige Geschwindigkeit und korrespondierende Arbeitsergebnisse erzielen. In den differenzierten Teilbereichen Designkonzept, Gestaltungskonzept, Prozesse, Leistungsmerkmale ebenso Schnittstellenentwicklung sind zeitgleich Entscheidungen herbeizuführen und Sachverhalte zu klären. Dies funktioniert lediglich, wenn wenn irgend denkbar sämtliche im Team Kundenkontakt haben und zusammenarbeiten.

Auch in der heutigen Remote-Zeit ist es unerlässlich, viele persönliche Einträge im Kalender wahrzunehmen. So können sich die Ansprechpartner persönlich kennenlernen, anstelle sich lediglich über Ticket-Systeme auszutauschen. Häufig besprechen sie in den zyklischen Statustelefonaten lediglich die derzeitigen Themen. In Vor-Ort-Meetings oder innerhalb einem gemeinsamen Abendessen ist genauso Raum für Gespräche, die über den Projekttellerrand hinausgehen. Das gehört zur Kundenbindung und zu einem soliden Vertrauensverhältnis hierzu.

Gemeinsame Planung von Meilensteinen über die Sprints hinaus

Auch wenn es in der agilen Tendenz Sprintzyklen (häufig im 14-Tage-Rhythmus) und vereinte Planning-Events gibt, unterstützen inhaltliche Meilensteine innerhalb der Klärung von Abhängigkeiten und Prioritäten. Es kann überaus hilfreich sein, nicht lediglich den jeweils folgenden Sprint vorzubereiten, anstelle viele Sprints (bis zu zehn) oberflächlig vorzuplanen. Dies zeigt, welche Lösungen, welcher Projektbeteiligten zu welchem Zeitpunkt zusammenlaufen müssen.

Eine langfristige Sprintplanung unterstützt während alledem, die Sprint-Power, die Teamstärke und somit gleichfalls das Budget im Blick zu behalten wie gleichermaßen rechtzeitig Veränderungen anzusprechen. In den wenigsten E-Commerce-Projekten ist es glaubwürdig, vollends losgelöst von Budgetgrenzen beliebig lange zu funktionieren. Meistens schlägt die E-Commerce-Agentur die Inhalte der Sprintplanung und der Meilensteine proaktiv vor. Außerdem trägt sie die Verantwortung, ebendiese zu befolgen.

Einblicke in agenturinterne Abläufe geben

Die agile Richtung enthält herkömmliche Sprint-Events wie etwa verbundene Review-Termine, innerhalb denen das Projektteam den Fortschritt der Gestaltung bespricht. Der Kunde kann Zusammenhänge besser verstehen, wenn die Agentur die restlose Entstehung einer Idee oder Funktionalität vorgeführt: von der Gestaltung über das Konzeption, die technologische Gestaltungskonzept und Tendenz bis hin zum Testen und zum Resultat auf dem Testsystem. Gleichfalls wenn der Kunde all ebendiese unabhängigen Schritte eng begleitet, unterstützt es, sie noch einmal miteinander zentral zu betrachten. Zu diesem Zweck ist es essentiell, die Arbeitsergebnisse für die verschiedenartigen Zielgruppen aufzubereiten: Bei einem IT-Ansprechpartner kann die Agentur tendenziell auf die technischen Einzelheiten eingehen, während einem Ansprechpartner aus dem Management sollte sie die Business-Vorteile in den Vordergrund stellen. Zugleich lässt sich das Bewußtsein des Auftraggeber stärken, indem das Agenturteam seine internen Abläufe und die verwendeten Tools vorstellt. Hierzu zählen gleichwohl die Dokumentationen, die Versionsverwaltung und die Deployment-Prozesse. So entsteht Klarheit, was wiederum die Gewiss­heit fördert.

Gemeinsam Entscheidungen treffen

Denn es wird andauernd Entscheidungen geben, die es zu treffen gilt. Diese können inhaltlicher oder technischer Natur sein. Nur wenn der Kunde sämtliche Zusammenhänge und die Vorgehensweise versteht, kann ihn die Agentur während Entscheidungen vernunftgemäß implementieren. Ein Kunde will potentiell aus Zeitmangel nicht an jedem Sprint-Event teilnehmen. Aber genauso danach sollte ihn die Agentur zum zeitgemäßen Projektstand abholen. Denn Entscheidungen, die miteinander getroffen werden, haben einen ganz zusätzlichen Stellenwert. Involvieren beide Seiten untereinander innerhalb Entscheidungen, bringt dies Interesse und Vertrauen zum Ausdruck und senkt Konfliktpotenziale.

Viele der genannten vertrauensbildenden Maßnahmen im Projekt gelingen zu einem großen Teil auf Grund eines guten Gespürs für Personen, Situationen und Zeitpunkte. Mit solcher gewissen Intuition kombiniert mit Projekterfahrung und dem Ansporn, die eigene Arbeit Projekt für Projekt neu zu hinterfragen, baut man vertrauensvolle Geschäftsverhältnisse auf – gleichwohl in prekären, agilen Projektumgebungen, die weit über den ersten Projektauftrag hinaus bestehen.


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